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Vom Schreibtisch

 

Einem neuen Buchprojekt kann man sich auf unterschiedliche Weise nähern: Zum Beispiel einer spontanen Idee folgen, drauflos schreiben und genießen, wohin der Wind dich weht. Das ist eine großartige Reise, voller Überraschungen und Abenteuer. Habe ich gemacht und zutiefst genossen - nichts ist belebender, als die Welle der Vorstellungskraft zu reiten, den Film, der im Kopf abläuft, zu Papier zu bringen.

 

Fragt da jemand: Gibt es einen Haken?

 

Na, was dachtet Ihr denn - es gibt doch immer einen Haken! Besonders, wenn etwas soviel Spaß macht. (Sagen die Puritaner jedenfalls. ;) )

Denn irgendwann soll das Manuskript schließlich einem Verlag angeboten werden und im Zuge des Überarbeitungsprozesses stellt sich auf einmal heraus ... Plottlöcher! Der Spannungsbogen hält nicht! Logikfehler! Fehler in den Zeitabläufen! HELP!

 

Ist das Pferd erstmal vom Schwanz aufgezäumt,

bockt es bei jedem weiteren Eingriff widerwillig.

 

An diesem Punkt beginnt die Arbeit - alle Szenen müssen zueinander in Beziehung gebracht werden, die Höhepunkte verzeichnet, der Spannungsbogen nachgebessert, die Entwicklungen der Figuren korrigiert, Zeitabläufe kontrolliert und Logikfehler ausgemerzt werden. Das kann den Autor Monate kosten und der Spaß ist definitiv vorbei.

 

Ein Genie beherrscht das Chaos,

doch Gott braucht einen Plan.

 

Deswegen arbeite ich lieber strukturiert - erstelle einen Plot, arbeite die Figuren aus und fordere mich mit einem Exposé zur ultimativen Nagelprobe heraus: Ist die Geschichte absolut wasserdicht?

 

Erst danach beginnt das eigentliche Schreibwerk und glaubt mir, es ist immer noch ein Genuss. Für mich keineswegs einengend, denn die Figuren machen entgegen aller Pläne gern was sie wollen und es kann passieren, dass ein Handlungsstrang plötzlich in eine ungeahnte Richtung geht. Keine Sorge, solche Ausreißer kann man gut nachjustieren, wenn die Übersicht über das gesamte Geschehen vorhanden ist.

 

Jetzt mache ich mich aber wieder an meinen neuen Plot - Franziska Ferstl hat alle Hände voll zu tun!

 

Ich wünsche Euch eine wunderbare Woche,

Eure Petra K. Gungl

 

PS.: Wie arbeitet Ihr? Verlinkt Euch und schreibt über Eure Erfahrungen!

 

 

Autorin Nina Dreist: Ohne Plan geht nichts 

Autorenkollegin Klaudia Zotzmann-Koch über ihre Plot-Erfahrung: Plotten mit Post-Its

Journalistin Barbara Wimmer über die unterschiedlichen Schreibtypen: Roman plotten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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